Richtig Einpacken beim Umzug in der Schweiz: Die komplette Zimmer-für-Zimmer-Anleitung

Richtig Einpacken beim Umzug in der Schweiz: Die komplette Zimmer-für-Zimmer-Anleitung

Richtig einpacken beim Umzug in der Schweiz: das Zimmer-für-Zimmer-System der Zügelprofis, goldene Packregeln, der richtige Schutz für Zerbrechliches, eine klare Beschriftung und ein Zeitplan bis zum Umzugstag.

Wer beim Umzug richtig einpackt, kommt mit intakten Möbeln und ganzem Geschirr in der neuen Wohnung an, statt eine Kiste voller Scherben auszupacken. Schlechtes Einpacken zählt zu den häufigsten Gründen, warum Umzüge in der Schweiz länger dauern und teurer werden als geplant. Es gibt hier noch einen weiteren Grund, sorgfältig zu packen: Zügelfirmen müssen zwar sorgfältig mit Ihrem Hab und Gut umgehen, schlecht verpackte Gegenstände sind bei einem Transportschaden aber meist von der Versicherung ausgeschlossen. Diese Anleitung zeigt das gleiche Zimmer-für-Zimmer-System, das professionelle Schweizer Zügelfirmen anwenden, egal ob Sie innerhalb von Zürich, zwischen Kantonen oder aus dem Ausland umziehen.


Bevor Sie mit dem Einpacken beginnen

Entrümpeln Sie, bevor Sie auch nur einen einzigen Karton packen. Jeder Gegenstand, den Sie nicht einpacken, muss auch nicht transportiert und bezahlt werden. Gehen Sie deshalb Zimmer für Zimmer durch und sortieren Sie konsequent: behalten, spenden, verkaufen oder entsorgen. Ein Umzug ist die beste Gelegenheit, um auszumisten.

Besorgen Sie anschliessend das nötige Material. Sie brauchen:

  • Umzugskartons in klein, mittel und gross
  • Kleiderboxen für Hängegarderobe
  • Luftpolsterfolie und Packpapier (kein Zeitungspapier: Die Druckfarbe färbt ab)
  • Klebeband und einen stabilen Handabroller
  • Permanentmarker in mindestens zwei Farben
  • Etiketten oder farbige Klebepunkte

Beginnen Sie 3–4 Wochen vor dem Umzugstermin mit dem Einpacken, angefangen bei den Zimmern und Gegenständen, die Sie am seltensten brauchen. Dinge des täglichen Bedarfs packen Sie erst in den letzten 24–48 Stunden ein.


Die goldenen Regeln des Einpackens

Halten Sie sich an diese Regeln, und Sie vermeiden 90 % der häufigsten Packfehler:

  • Packen Sie schwere Gegenstände in kleine Kartons. Bücher, Werkzeug und Konserven gehören in kleine Kartons, weil grosse Kartons sonst schnell zu schwer zum sicheren Tragen werden.
  • Füllen Sie jeden Karton vollständig. Halbleere Kartons sacken beim Stapeln in sich zusammen, füllen Sie Lücken darum mit Packpapier oder Kleidung.
  • Wickeln Sie Zerbrechliches einzeln ein. Jedes Glas- oder Keramikteil braucht eine eigene Lage Luftpolsterfolie oder Papier, bevor es in den Karton kommt.
  • Packen Sie Schweres nach unten und Leichtes nach oben, im Karton wie im Lastwagen.
  • Beschriften Sie jeden Karton oben und an einer Seite: Ein Etikett auf dem Deckel lässt sich nicht mehr lesen, sobald Kartons gestapelt sind.
  • Mischen Sie nie mehrere Zimmer in einem Karton. Klingt selbstverständlich, ist aber die Regel, gegen die am häufigsten verstossen wird.

Zimmer-für-Zimmer-Anleitung

Küche

Die Küche ist beim Einpacken das anspruchsvollste Zimmer, weil hier so viele unterschiedliche Formen, Gewichte und Zerbrechlichkeitsgrade zusammenkommen. Nehmen Sie sich dafür 2–3 Tage vor dem Umzug Zeit.

Geschirr und Gläser

  • Jeden Teller einzeln in Packpapier einwickeln, dann hochkant stapeln (wie Schallplatten), nie flach hinlegen
  • Gläser in Luftpolsterfolie einwickeln, Kartonboden polstern, Hohlräume mit zerknülltem Papier füllen
  • Tassen ineinander stapeln, mit Papier zwischen jeder Lage

Töpfe und Pfannen

  • Kleinere Töpfe in grössere stapeln, mit Papier dazwischen
  • Deckel separat verpacken und in Papier einwickeln
  • Schwere Töpfe unten in mittelgrosse Kartons legen

Kleine Küchengeräte

  • Originalkartons verwenden, sofern noch vorhanden
  • In Luftpolsterfolie wickeln, mit Klebeband sichern, Karton mit Papier polstern
  • Kabel aufwickeln und mit Klebeband sichern, nie um das Gerät selbst wickeln

Lebensmittel

  • Verderbliches vor dem Umzug aufbrauchen oder weitergeben
  • Offene Verpackungen mit Klebeband verschliessen oder in Zip-Beutel umfüllen
  • Lebensmittel in einem klar beschrifteten Karton verpacken, der in der neuen Wohnung als Erstes ausgepackt wird

Wohnzimmer

Bücher und Medien

  • Nur in kleinen Kartons packen: Unterschiedliches Gewicht (schwere Bücher, leichtere DVDs) ist kein Problem
  • Bücher mit dem Rücken nach oben stellen, nicht flach legen
  • Hohlräume mit Packpapier füllen

Elektronik

  • Originalkartons sind ideal. Kabelkonfiguration vor dem Abklemmen fotografieren
  • Flachbildschirme: spezielle TV-Kartons verwenden oder in Umzugsdecken einwickeln; niemals flach legen
  • Fernbedienungen und Kleinteile in beschrifteten Zip-Beuteln zusammenfassen
  • Laptops und Tablets in der persönlichen Tasche transportieren, nicht im Umzugskarton

Bilder und Spiegel

  • Bilderkartons (verstellbare Flachkartons) verwenden oder zwischen zwei Lagen Karton einschlagen
  • Gross beschriften: «ZERBRECHLICH - NICHT KIPPEN»
  • Niemals flaches Glas gegen andere Gegenstände lehnen

Schlafzimmer

Kleider

  • Kleiderboxen für Hängeware verwenden, damit Kleider direkt von der Stange in die Box wandern und wieder zurück
  • Ausser-Saison-Kleider gefaltet in grossen Koffern verstauen (spart Kartons und nutzt den Platz optimal)
  • Vakuumbeutel eignen sich hervorragend für Bettdecken, Kissen und sperrige Wintersachen

Matratzen

  • Matratzenhülle oder -sack verwenden: Ungeschützte Matratzen kommen schmutzig an und können beschädigt werden
  • Beim Zügeldienst nachfragen, ob ein Matratzenroller inbegriffen ist

Möbel

  • Bettgestelle, Kleiderschränke und Regale demontieren. Schrauben und Kleinteile in beschrifteten Zip-Beuteln aufbewahren und direkt am zugehörigen Möbelstück festkleben
  • Schubladen aus Kommoden nehmen und separat transportieren: Gefüllte Schubladen machen Möbel zu schwer zum sicheren Tragen und können beim Transport verrutschen

Badezimmer

Packen Sie das Bad als Letztes, 24 bis 48 Stunden vor dem Umzug, weil Sie es bis zuletzt brauchen.

  • Alle Flaschen vor dem Einpacken mit Klebeband über dem Verschluss sichern (Druckunterschiede verursachen Leckagen)
  • Flaschen aufrecht in einem Zip-Beutel im Karton verstauen, für doppelten Schutz
  • Medikamente in einer beschrifteten Tasche in der persönlichen Tasche transportieren, nie im Umzugskarton
  • Abgelaufene Produkte entsorgen statt mitnehmen

Homeoffice

  • Computer und externe Festplatten vor dem Einpacken sichern
  • Kabelkonfigurationen fotografieren, bevor Sie etwas abklemmen
  • Wichtige Dokumente (Pässe, Verträge, Bankdokumente) in einer Mappe in der persönlichen Tasche transportieren, niemals im Umzugskarton
  • Originalkartons für Bildschirme und Drucker verwenden, sofern vorhanden

Beschriftung wie ein Profi

Ein gutes Beschriftungssystem spart beim Auspacken Stunden. So gehen Sie vor:

  1. Schreiben Sie das Zielzimmer auf den Deckel und eine Längsseite jedes Kartons (zum Beispiel «Küche» oder «Elternschlafzimmer»)
  2. Ergänzen Sie eine kurze Inhaltsangabe (zum Beispiel «Gläser + Tassen» oder «Winterkleider»)
  3. Kennzeichnen Sie zerbrechliche Kartons auf allen vier Seiten und oben
  4. Verwenden Sie farbige Klebepunkte pro Zimmer: Das Zügelteam sortiert schneller nach Farbe als nach Text
  5. Nummerieren Sie Ihre Kartons und führen Sie eine einfache Liste, etwa «Karton 7 = Küche, Gläser + Tassen». Der Aufwand beträgt rund 10 Minuten und erspart Ihnen, für einen einzigen Gegenstand 30 Kartons zu durchsuchen

Zeitplan fürs Einpacken

Zeit vor dem UmzugWas einpacken
4–6 WochenSaisonales, Bücher, DVDs, selten genutztes Dekor
3 WochenZusatzbettwäsche, Ausser-Saison-Kleider, Bilder
2 WochenGrossteil der Kleider, nicht täglich genutzte Küchensachen, Keller
1 WocheRestliche Zimmer ausser Tagesbedarf
2–3 TageKüche (ausser Essenziellem), Bad-Nebensachen
VortagWichtigste Küchensachen, Elektronik, Bettwäsche
UmzugstagPersönliche Tasche, Medikamente, Wertsachen, Pflanzen

Umzug in der Schweiz: die lokalen Besonderheiten

Ein paar Besonderheiten der Schweiz wirken sich darauf aus, wie Sie packen und sich auf den Umzugstag vorbereiten sollten.

In Schweizer Mehrfamilienhäusern erwartet man, dass Sie Gemeinschaftsbereiche im ursprünglichen Zustand hinterlassen. Professionelle Zügelfirmen schützen Liftwände und Türrahmen standardmässig mit Eckschutz und Decken. Wer selbst zügelt, mietet oder kauft am besten dieselbe Schutzausrüstung, um bei der Wohnungsabnahme nicht für Kratzer zur Kasse gebeten zu werden.

Viele Innenstadtgebäude in der Schweiz haben enge Treppenhäuser und kleine Lifte, manche gar keinen. Verpacken Sie schwere Möbelteile wo möglich einzeln und zerlegt: In Einzelteilen lassen sie sich viel leichter über Treppen tragen.

Die Endreinigung muss in der Schweiz in einer leeren Wohnung stattfinden. Planen Sie sie deshalb erst ein, wenn wirklich jedes Möbelstück und jeder Karton aus der Wohnung ist. Um noch vorhandene Gegenstände herumzuputzen ist der häufigste Fehler am Umzugstag.

Bewahren Sie Ihre Aufenthaltsbewilligung, Versicherungsunterlagen, den Mietvertrag und das Original des Übergabeprotokolls im Auto bei sich auf, nicht im Umzugskarton.


Häufig gestellte Fragen

Wie viele Kartons brauche ich für eine 3-Zimmer-Wohnung?

Eine 3-Zimmer-Wohnung benötigt in der Regel 60–90 gemischte Kartons. Wer viele Bücher oder Küchensachen hat, orientiert sich eher am oberen Bereich.

Ist Luftpolsterfolie oder Packpapier besser für Zerbrechliches?

Beides hat seinen Platz. Luftpolsterfolie polstert gegen Stösse; Packpapier schützt Oberflächen und füllt Hohlräume. Am besten zuerst in Packpapier einwickeln und für Ihre empfindlichsten Stücke zusätzlich mit Luftpolsterfolie umhüllen.

Soll ich Kleider in Kartons oder Tüten packen?

Kleiderboxen sind am effizientesten für Hängeware. Gefaltete Kleider passen gut in Koffer oder grosse Kartons. Vermeiden Sie Müllsäcke: Sie geben den Kleidern keinen Halt, und die Sachen kommen zerknittert und zusammengedrückt an.

Können Zügelfirmen für mich einpacken?

Ja. Die meisten Schweizer Zügelfirmen bieten Voll- oder Teilpackservice an. Profis arbeiten deutlich schneller, verwenden professionelles Material, und Ihre Sachen sind beim Transport meist besser versichert. Der Service kostet in der Regel CHF 200.– bis CHF 600.– zusätzlich.


Bereit für den Umzug?

Ob Sie alles selbst einpacken oder die Arbeit Profis überlassen: Ofero verbindet Sie mit verifizierten Schweizer Zügelfirmen, die so viel oder so wenig vom Auftrag übernehmen, wie Sie möchten. Stellen Sie eine einzige Anfrage und vergleichen Sie Offerten mehrerer Firmen, bevor Sie entscheiden, wer was übernimmt.